...oder auch nicht, denn so richtig zu hause fühle ich mich noch nicht wieder im kalten, nassen deutschland ;)
für alle lieben in der ferne, denen ich nicht so bald persönlich von all den erlebnissen berichten kann, schreibe ich mal kurz noch ein paar worte zu unseren letzten tagen in tansania und kenia...
nach zwei tagen in dar sind wir am dienstag morgen mit der ersten fähre 1,5h nach zansibar übergesetzt - eine kleine insel vor der küste von tansania von der man behauptet, sie hätte die schönsten strände überhaupt...ich war sehr gespannt, denn mombasa war für mich eingentlich unvorstellbar zu toppen...und so lautet auch mein fazit: zansibar ist schön, doch der tiwi beach von mombasa ist einfach unschlagbar ;) wir haben auf zansibar von dienstag bis freitag in nem schlafsaal eines fast tourileeren hotels direkt am strand im norden der insel übernachtet - kendwa rocks...morgens gabs lecker frühstück, tagsüber waren wir baden, lagen am strand, lesen, haben ausflüge mit dem boot gemacht, waren tourimäßig schnorcheln - wie im aquatium, hammer - haben delfine neben unserem boot springen sehen, saßen abends mit masais am lagerfeuer, haben lecker fisch gegessen...waren einen tag in zansibar town - stonetown - eine wunderschöne altstadt mit kleinen gassen und märkten. alles in allem war es schön, doch für meinen geschmack einfach zu touristisch - jedoch gut um so manche gedanken in meinem kopf anzustoßen...am freitag abend sind wir mit der nachtfähre wieder zurück nach dar gefahren und dann direkt mit dem bus weiter nach arusha - 10h fahrt...in arusha haben wir uns nochmal mit der deutschen freiwilligen carina und mama hindu getroffen, sind aber am nächsten morgen direkt weiter nach nairobi - holterdieholter über die tansania-kenia-grenze - die straße ist in ihrer schlaglöcherdichte echt nicht zu toppen, was müssen die autos für stoßdäpfer haben...
als wir am samstag abend in arusha unsere koffer gepackt haben stellten wir fest, dass unser flug doch erst am 6. geht - verpeilt der gute michael...naja...so hatten wir zwangsläufig einen tag mehr in nairobi wofür ich im nachhinein sehr dankbar bin.
in nairobi waren wir wieder im gleichen hostel und haben dort eine junge schweizerin kennengelernt, die gerade mit ihrem vater in kibera - dem größten slum afrikas - eine schule aufbaut. diese haben wir mit ihr zusammen besucht - es war super spannend aus erster hand einige infos und erfahrungen von der arbeit in kibera zu bekommen - sehrsehr krass...und ich habe es geliebt mit den kids zu spielen, basteln, singen...am abflugtag waren wir nochmal in nairobi in der innenstadt auf dem markt - restgeld raushauen...ist schon wahnsinn diese stadt: im zentrum nur kravattenträger mit aktenkoffer und wenige meter weiter flipflopträger mit zerrissenen tshirts in den engen, vermüllten straßen von kibera - 60%der bevölkerung von nairobi lebt in den slums...die regierung versucht dies zu ändern indem sie neben kibera häuser bauen - diese kosten jedoch umgerechnet 10euro miete im monat, was vielviel zu hoch und für fast alle kiberabewohner ohnehin nicht zu bezahlen ist...wenn der präsident den park im zentrum von nairobi bewässern möchte, wird kibera einfach mal das wasser für drei tage abgestellt - wer braucht schon wasser wenn es doch einen fluss vor der tür gibt in dem sich schweine, müll und sämtliche bakterienkulturen tummeln?! offiziell gibt es in kenia auch mittlerweile eine schulpflicht, jedoch gibt es in kibera soweit ich weiß eine einzige öffentliche schule - dh ein lehrer für wieviele tausend kinder?! einklagbare rechte scheint es jedoch nicht zu geben - recht, was ist das?! geld verschafft recht...hast du geld, wirst du frei gesprochen, hast du keins, wanderst du ins gefängnis...selbstjustiz ist daher an der tagesordnung - die schweizerin hat berichtet, dass erst vergangene woche wieder drei leute umgebracht wurden, weil sie nen handy gestohlen hatten...jeder weiß es, niemand tut was - warum? keiner hat was gesehen und in kenia braucht man augenzeugen um jemanden zu verurteilen...so passiert mal wieder einfach gar nix...ein ewiger kreislauf...es fällt mir schwer zu glauben und zu akzeptieren, dass die vielen tausend menschen in kibera diese umstände einfach so hinnehmen müssen, wollen, tuen...mannmann...ein thema über das ich wohl noch viele zeilen schreiben könnte - ungerechtigkeit, ausbeute, selbstjustiz, korruption, müllberge...und so viele kinder, die in diese welt hineingeboren werden und nur sehr schwer aus ihr fliehen können...ein mann wollte mir auch seine kleine süße tochter mitgeben - für ein besseres leben und schulbildung in deutschland...traurig...motivierend sich für diese kids stark zu machen - für ein besseres, faireres leben! die schweizerin hat nen kleines video über die arbeit in kibera gedreht, könnt ihr euch mal anschauen:http://www.youtube.com/watch?v=6a7QMoVINM0
am 6.10. sind wir 18.15uhr mit ethiopian airlines abgehoben - komisches gefühl nach sechs langen und sehr erlebnisreichen wochen zu fliegen - zurück in eine andere welt, meine heile welt...mein tagebuch ist voll - viele gedanken, eindrücke, fragen in meinem kopf - alles in allem eine sehr bereichernde zeit für die ich sehr dankbar bin...auch eine gesegnete und behütete zeit - so viele kilometer auf afrikas straßen und kein unfall - ein wunder ;) ausführlichere berichte gibts später mal persönlich mit fotos...einen kleinen vorgeschmack hier und jetzt!
danke für euer mitverfolgen, schreiben, nachfragen, beten...an mich denken ;)